Die Veröffentlichungen und ihre Geschichten

Diese Discographie mit ausführlichen Anmerkungen von Holger (und Review-Auszüge) umfasst alle eigenen Vinyl- und CD-Veröffentlichungen sowie das erste Tape von 1991 und die Split-CD mit NOE von 1997.

Tape „Lost Lyrics“ (1991)

Aufgenommen und gemischt: Dezember 1990, mit Martins Vierspurmaschine

Titel: Don`t look back, In vain, Take the next Ship to nowhere, Sinking, Still the Same, Rain- bow`s End, Days of Joy, Something more, God`s Country, Sad Marie.

Die Basic Tracks wurden im hiesigen Jugendzentrum aufgenommen, der Gesang in Martins Sauna. Mit dem Teil fing also alles an, denn es gefiel den Nasty Vinyl Leuten aus Hannover, und sie boten uns an, eine EP bei ihnen zu machen. Einige der Titel kamen später in anderen Versionen auf anderen Veröffentlichungen nochmal raus, sogar noch in der „deutschsprachigen“ Zeit: „Still the Same“ hieß später „Arsch der Welt“, und „God`s Country“ wurde zu „Notsignale“ und ist auf der Seniorenresidenz zu neuen Ehren gekommen. Das Tape klingt aus jetziger Sicht etwas urig und langsam, aber es war tatsächlich der erste Schritt, denn mit der Cassette bekamen wir die ersten Gigs in der Republik und lernten so Leute kennen, die uns weiterhalfen. War eine gute Zeit, und man musste noch keine professionellen Sounds auf CD`s abliefern, um überhaupt angehört zu werden. Das Lied „Days of Joy“ wurde übrigens 1999 von der brasilianischen Gruppe „Blind Pigs“ gecovert und auf deren CD „The Punks are alright“ veröffentlicht. Das ist uns eine ganz aufrichtige Ehre, zumal sie sich ganz ausgesprochen auf die Tapeversion beziehen, weniger auf die der EP, die 1991 kommen sollte.

1992 nahmen wir noch ein weiteres Tape auf, das ihr beim link zur bandcamp-Seite hier ebenfalls kostenlos downloaden könnt!

„Riesenüberraschung, was die drei Jungs da abliefern. Toller Punkrock mit herrlichen Melodien. (…) 10 Songs sind 10 gute Gründe, deine Plattenspielernadel mal zu entlasten. Hochprozentig vinylreif!“ (FOOL`S PARADISE)

„Feine Cassette. 10 liebevolle Pop-Punk Songs von `nem Trio aus Wolfhagen. Teilweise forsch und mit Gesangsmelodien a la Bad Religion / Social Distortion, manche Lieder mit MC4-Format, dazu Folk-Einschlag und Mitsummhits. (…) Rundum klasse.“ (MALIBU)

„Ein Tape, das Krapfi und mich ziemlich begeistert hat.“ (INFERNO)

 

                                                   

7″EP „Days of Joy“ (1991)

Aufgenommen und gemischt: Mai/Juni 1991; Disaster Recording, Hannover

Titel: Days of Joy, Reasonable Thinking, In vain, Restless Traveller.

Label: Nasty Vinyl (Schlawiner 09)

Nun durften wir also unsere erste Platte machen. Die Aufnahmen fanden im Übungsraum der Brieftauben statt, notwendigerweise auch mit deren Micros. Wir mussten uns immer viel zusammenborgen. In Ralle Rögners Wohnung im Wohnzimmer wurde dann noch Gitarre und Bass gespielt, und im Schlafzimmer der Gesang aufgenommen. Meines Wissens ist dies einer der günstigsten Aufnahmen für Horst und Krapfi gewesen, ich glaube es handelte sich um eine Flasche Sekt…; aber Ralle wollte sowieso noch üben, und ihn konnte und kann eh nichts aus der Ruhe bringen. 2 Lieder von dem Tape kamen nun flotter, und 2 neue dazu. Die Gitarre brät und bruzzelt, ich glaube das war der Fender – eigentlich ein Bassamp. „Days of Joy“ ist über Freundschaften und wie sie zu Ende gehen können bzw. wenn man sich aus den Augen verliert ohne es groß zu merken; ansonsten erzählen die Lieder Geschichten und ließen sich schon zu der Zeit in keine Punkschublade pressen. Jedenfalls bekamen wir sehr gute bis enthusiastische Kritiken und plötzlich sogar Interviews in Fanzines und anderen Blättern. Die EP kam sehr gut an, und der Stein war im Rollen. Nochmals Danke nach Hannover fürs Anschieben.

„Lost Lyrics sind DIE Poppunkband Deutschlands.“ (PLASTIC BOMB, Nummer 1)

„Bedingungslos zu empfehlen.“ (SCUMFUCK TRADITION)

„ Dieses kleine, runde Stückchen Vinyl kann glatt die Sonne in deinem Zimmer aufgehen lassen. Diese Platte hat Charme und strahlt Wärme aus.“ (TRUST)

„Sehr schöner Pop-Punk aus Wolfhagen bei Kassel. Teils straight durchgespielt, dann wieder etwas nachdenklicher. Schöne Akkustik-Parts wechseln sich mit fetzigen Riffs ab. Durchaus tanzbar.“ (ZAP)

                                       

CD „Some Things never change“ (1992)

Aufgenommen und abgemischt: Juli und September 1992; Basement Studio, WOH-Bründersen

Titel: Some Things never change, All versus all, Better Things, Don`t look back, 6 Days, False Prophets, Sinking, Say Goodbye, When you`re not there, Leaving, on a Jet Plane, One of us, Take the next Ship, Visitor, When the Show is over, Rainbow`s End, Time to win – Time to fail, Japanese Girl, It`s not you, Child of my Time, Stay/Why me?

Label: Nasty Vinyl (NV07)

Hier sind gleich 4 Lieder vom Tape neu drauf sowie die erste Coverversion, von John Denver. Da gibt sich Laurie als Dolly Parton aus (wobei sie überhaupt nicht texanisch klingt), und für „Japanese Girl“ brachten wir ein ziemlich langes Intro über Japaner auf die Platte, welches aber selbst von Japanern gemacht wurde – ein gutes Beispiel für deren Selbstironie. Eine Ausnahme auf der Platte ist „Child of my Time“. Eigentlich haben wir für 7-Minuten Stücke ja nicht viel übrig, aber das hier hat sich so ergeben. Es fällt auch musikalisch aus der CD heraus, ist schleppend und rockig, und der Text ist bis heute einer der besten Lyrics-Texte und gab eine neue Richtung vor. Eines unserer besten Lieder überhaupt, denke ich. Was den Rest angeht, ist es mit uns durchgegangen, denn wir haben das Medium zu sehr ausgereizt: Über eine Stunde Spielzeit ist einfach zu viel, und das haben wir auch nie wieder gemacht; Axel spielt schon bei 6 Liedern Bass hier. Viele Rezensionen verglichen die CD und somit uns zu Unrecht mit Bad Religion. Aber das war die Zeit, wo dieser Stil boomte und der Epitaph-Sound sehr viel zu beeinflussen begann. Es war wohl schon ein ähnlicher Stil, halt melodisch und flott, aber nicht dasselbe. Man sollte viel weniger vergleichen.

  • Die CD ist 2009 in Japan von SP-Records wiederveröffentlicht worden

CD „Monday Morning`s allright for Party“ (1993)

Aufgenommen und abgemischt: Juli und September 1993; Very Metal Studio, Hannover

Titel: More that I talk about, Jackie, Kids of the black Hole, Islands, Devil in Disguise, Age of Reason, Trauerspiele, Fireball, Sweet Aliens, Novel, Boat on the River, Sweet Dreams of yesterday, Anymore, NWV.

Label: Nasty Vinyl (NV16)

Das Ganze wurde ein teurer Spaß und die erste „richtig produzierte“ CD von uns. Das hört man auch, teilweise unterschiedliche Sounds bei verschiedenen Liedern usw. Schotte von den ehem. Blut und Eisen mischte ab und Martin war auch zur Stelle, und beide gaben uns Tipps. Im Grunde haben wir bei dieser Produktion erst gelernt, was man mit der ganzen Studiotechnik so alles machen kann (also nicht nur die Lieder runterprügeln und gut so). Aber auch durch die Lieder wurde die CD wesentlich abwechslungsreicher als die erste. Lieder wie Age of Reason, Anymore oder Kids of the black Hole (das ist nicht der Adolescents-Song!) haben das Spektrum erweitert. „Sweet Dreams of yesterday“ handelt von den Leuten, die es damals schon gab: Die Nostalgiker, die früher alles besser fanden. „Trauerspiele“ markierte den Beginn der Hinwendung zum Deutschen. „Jackie“ wurde in einer großen Rock-Disco in Kassel („Musiktheater“) zum drittmeistgespielten Lied eines Monats, wobei uns allen recht schleierhaft geblieben ist, wie die überhaupt an die CD gekommen sind. Die „Monday Morning“ blieb aber bis heute die am wenigsten verkaufte CD von uns, wobei sie das irgendwie nicht verdient hat.


7″EP „Gang Bang“ (1994)

Aufgenommen und abgemischt: Februar 1994; Basement Studio

Titel: The Kids are out for Party, Glatteis, Daydream Believer, P.S. I`m OK.

Label: Hulk Räckorz (Hulk 051)

Das ging recht flugs und war unser erster Streich für Hulk. Das Cover diente lange Zeit auch als Schriftzug und Plakatmotiv, und die 4 Lieder waren kurz nach den Aufnahmen zur letzten CD entstanden. „Glatteis“ setzte den Trend, Deutsche Texte zu machen, fort; und „Daydream Believer“ coverten wir von den Monkeys, und das größte Problem war dabei, diesen Wecker in der Mitte der ersten Strophe an der richtigen Stelle klingeln zu lassen. Und dann war das auch noch so ein uraltes Teil, und nie wollte es ganz genau losgehen. So musste man das in der analogen Zeit noch machen (heute nimmt man ein digitales Weckergeräusch und schiebt den Soundabschnitt mit dem Computer dahin, wo es hinsoll, und fertig…). Die EP kam in grünem Vinyl und war der Beginn der Zusammenarbeit mit Fratz, den wir auf einem Gig in Bayern kennen und schätzen gelernt hatten.

                                      

CD „Rotzlöffel“ (1996)

Aufgenommen und abgemischt: November und Dezember 1995, Very Metal Studio

Titel: Haifischbaby, Viel zu spät, 10 Uhr 50 auf Gleis 2, Wie Du siehst, Sidekick Radio, Lucys neuer Weg, S.O.S., Hier, heut und jetzt, Chloroform, Do you know, Trashgaragenland, Ich komm` in den Himmel, Pin-up Lady, Reich der Träume, Moviestar, Alles was ich will, Sag was Du willst, The Kids are out for Party, Lange Gesichter, Arschloch der Woche.

Label: Hulk (Hulk 192 – auch als PictureLP)

Hier drauf waren wir wieder zu dritt, und Torsten spielte den Baß. Aber auch sonst war fast alles neu (das Label, die Gitarre, die Sprache), nur das Studio kannten wir schon. Außer 3 Liedern nun alles auf deutsch, so dass sich auch die Zuhörerschaft veränderte. Dabei blieben die Texte von den Thematiken und Aussagen her ganz die alten, es war nun halt für alle verständlich. Die Reaktionen zeigten also einmal mehr, dass englische Texte in Deutschland einfach fast keinen interessieren, aber 99,9% unseres Publikums kommt nun einmal aus diesem Land. Es ging also auch ohne Wörterbuch. Mit „Moviestar“ von Harpo nahmen wir Ska-Elemente auf, beließen es aber dann auch wieder dabei. „10 Uhr 50 auf Gleis 2“ stellte sich sehr schnell als der Hit der Platte heraus, und mit „Trashgaragenland“ begannen wir sehr lange Zeit unser Liveset. Hier begannen wir auch, zu jeder CD eine/n Gastmusiker/in einzuladen; bei der Rotzlöffel sang Elke von Vulture Culture mit. Zum „Arschloch der Woche“ wurden wir dann auch einmal gekürt, als wir nämlich mal kurzfristig ein Konzert absagen mussten; leider kamen dann doch recht viele Leute dorthin (Sachsen), die es nicht mitbekommen hatten und wählten uns einstimmig. Das war eine wichtige CD für uns, weil es eine Zäsur war. Und obwohl der Sound aus heutiger Sicht etwas zu brav ist, bleibt die Rotzlöffel die bestverkaufteste Veröffentlichung von uns.

„Lost Lyrics sind die Könige vonne Welt.“ (PLASTIC BOMB)

                                    

CD „Man spricht deutsch“ (1997)

Aufgenommen und abgemischt: Dezember 1996; Basement Room Nr. 1, Kassel

Titel: Arsch der Welt, Allergie, Für immer wild, Es fährt ein Zug nach Nirgendwo, Alle Ampeln stehen auf grün, Das Lied über Politik, Erste Wahl (Parts 1+2), Goethestraße 4, Ich will ich sein, Egal, Erzähl mir was, Vasco wohnt im Punkhaus, Freitag, Skibbereen.

Bonus Tracks: Die vier Lieder der „Days of Joy“ – EP

Label: Hulk (Hulk 212 – auch als PictureLP)

Ja, da war er endlich, der richtige Sound. Unser Freund Martin war ja mittlerweile bei den Bates beschäftigt, hatte das Studio verlegt und vergrößert, und zu ersten Mal konnte man auch nach Jahren sagen: So würde man`s wieder mischen. Das gilt leider nicht für das Cover, das ist das mieseste, das wir je hatten. Aber der Zeichner aus Südhessen hatte uns kurzfristig übel hängenlassen, und der Ersatzmann hat es nicht hingekriegt, während wir langsam zu Potte kommen mussten und alles nur noch auf ihn wartete. Das Ergebnis ist noch heute ärgerlich. Schwamm drüber, kommt nicht mehr vor, sorry! „Allergie“ ist wahrscheinlich für ewig im Liveprogramm; „Für immer wild“ ist das Lied, was wir für den Stay Wild – Sampler in Hamburg schonmal aufgenommen hatten. „Ich will ich sein“ ist ein alter Scherben-Song. Bei Ton Steine Scherben sind ja fast alle Bands, die politischen Punkrock machen, in die Lehre gegangen. Wir haben uns aber deswegen einen eher persönlichen Song rausgesucht und ihn dann auch auf einen Scherben-Tribute-Sampler gebracht. „Skibbereen“ ist ein altes irisches Volkslied. Bastis Vater hat bei der Aufnahme Akkordeon und Tin Whistle gespielt. Gastsänger war diesmal Zimbl von den Bates bei dem Christian Anders-Schlager. Bei „Erste Wahl“ I hat Basti den Proll gemacht, sozusagen ein Mini-Hörspiel. Und da die erste EP ausverkauft war, haben wir sie einfach nochmal auf diese CD getan. Mittlerweile kannten uns ja einige Menschen, die 1991 noch nicht „dabei“ (wobei eigentlich?) gewesen waren. Die CD wurde diesmal einhelliger besprochen, hier ein paar Auszüge, weil`s so schön ist:

„Beste Platte der Lyrics, die sich (…) nochmals um einiges (Ging das überhaupt noch?

Kaum zu glauben, aber es ging wohl!) verbessert haben. Das ist der Maßstab, an dem

sich wohl die deutschsprachigen Platten ab jetzt messen müssen (…). Beste Platte wo gibt“  (STRAFRAUM POGO)

„(…) Nur Hits drauf, also keine halben Sachen, sondern alles kickt direkt in die Fresse mit einer Ansammlung witziger Texte wie „Das Lied über Politik“ (ZOFF)

„Natürlich saugut. Obwohl, nach der letzten megagenialen Platte war es schon schwer meine Erwartungen zu erfüllen. Und sie haben es sogar noch fast besser gemacht als erwartet. Abwechslungsreich, genial, Punkrock“ (CRACH-ZINE)

„Ja, so sollte eine deutschsprachige Punkrockscheibe klingen. Andere Bands haben Hass auf dies und das. Hier heißt es einfach „Ich hab eine Allergie gegen dieses unser Land…“  (FLYING REVOLVERBLATT)

Split-CD „Es ist alles nur geliehen“, mit NOE (1997)

Titel von uns: Devil in Disguise, Daydream Believer, Do you know (Jim Marshall-Mix), Ich will ich sein (Vierspuraufnahme), Party in Paris, Boat on the River, Moviestar (Jim Marshall-Mix), Leaving, on a Jet Plane.

Label: Nasty Vinyl (NV 68)

Während NOE hier Udo Lindenberg huldigen (und z.B. mit „Cello“ auch guten Geschmack bewiesen), ergriffen wir die Gelegenheit, die meisten unserer bis dato erschienenen Coverversionen zu sammeln. Das ist also eher ein Lyrics-Sampler, und es war keine neue Veröffentlichung von uns. Neu daran waren nur die Abmischungen der Rotzlöffel-Lieder, sowie das UK Subs-Cover „Party in Paris“, was 1992 bei einer Proberaumsession aufgenommen wurde, bei den Voraufnahmen für die erste CD. Die Split-CD kam zusammen mit der „Man spricht deutsch“ raus. Wir fanden es eine lustige, simple und gute Sache, dabei war es eigentlich natürlich eher eine NOE-Sache, denn sie waren dafür extra im Studio gewesen und hatten es auch angeregt. Eher eine Partyscheibe.

                                       

CD „Seniorenresidenz“ (1999)

Aufgenommen und abgemischt: Januar und Februar 1999, Basement Room Nr. 1

Titel: Es ist schade, Wir sind raus, Erschießen, Land in Sicht, Flucht nach vorn, Strohmann, Der unbewegte Mann, Bescheid, Jammer weiter, Überholspur, Rückspultaste, Goldener Reiter, Geh` doch, Don`t let our Dreams die, Außer Dir, Gleich Sieben, Domian, You got it, Nicht genug, Notsignale.

Label: Hulk (Hulk 282)

Dafür hatten wir uns über zwei Jahre Zeit gelassen, und es bestätigte sich, dass gut Ding Weile haben will. Endlich konnten alle Beteiligten bei aller angebrachten Selbstkritik mal wirklich rundherum zufrieden sein: Cover und Artwork konnten sich sehen lassen, nicht zuletzt weil wir mit Michy Winter endlich eine Topfotografin gefunden hatten; das Ganze hatte ein Konzept; der Sound war außerordentlich gut, und die Lieder hatten bezüglich Komposition und Texten ziemlich viel Abwechslungsreichtum. Der „Goldene Reiter“ von J. Witt entstand erst im Studio und fand sich auch auf der NDW-Compilation „Wellenreiter“ wieder. Diesmal wurden auch Basti („Don`t let our Dreams die“) und Matze (die Musik von „Geh`doch“ und „Flucht nach vorn“) beim Lieder machen tätig. Bei „Überholspur“ sang Frank Ludes (damals bei Bash) mit, und die Anne sang bei „Bescheid“ mit und spielte bei zwei Liedern Cello. Sowas wie „Rückspultaste“ hatten wir auch noch nie gemacht. Die ganze Session zog sich aufgrund verschiedener Krankheiten und Blessuren länger als gedacht hin, und der Frank kam z.B. extra aus Krefeld hergefahren, um dann keinen einzigen LoLy zu sehen, weil alle im Bett lagen. Aber ist ja ein Profi, und es ging auch so. Das Mischpult besaß vorher die Sängerin Hanne Haller – Ich glaube, wir haben da einige Kanäle freigeblasen…

„Meiner Meinung nach geht’s hier schon rauher zur Sache als auf den Vorgängern. Aber natürlich bekommt man hier den gewohnten Poppunk zu hören. Bei „Überholspur“ hört man Sänger Holger im Duett mit dem Almighty-Bash!-Frank, großartiges Rumgenäsel garantiert! Ansonsten haben die Kasseler mit Songs wie „Flucht nach vorn“, „Strohmann“ oder „Domian“ ein paar coole Ohrwürmer parat. (…) Punkrockscheiben sind halt besser als Selbsthilfegruppen.“ (OX)


CD „Vor allem“ (2002)

Aufgenommen und abgemischt von Januar bis März 2002 von Reb

Gemastert von Martin Wagnitz

Titel: Bevor ich mit den Wölfen heul, Ist mir egal, Vor allem, Nils ist tot, Vermissen, Ihr seid lustig (und ich nicht), Euch zu sehen, Was ist los?, Die Welt sieht nicht mehr komisch aus, Frostschutz, Glatteis, (Noch immer keine) Rückspultaste, Keine Fragen, Neue Götzen braucht das Land, Vielleicht ja, Spinner, Mich gibt`s, Rind, Vor allem II.

Label: Hulk (Hulk 312)

Von den 19 Liedern waren, abzüglich des Fragments „Vor allem II“ am Ende sowie zwei weiteren Nummern, 16 neue dabei; das war eine gute Ausbeute für zweieinhalb Jahre. An der nötigen Kreativität mangelte es uns nach 11 Jahren in dem Geschäft zum Glück immer noch nicht, und die Songs stellten uns wirklich zufrieden, inklusive Spielerei und Abwechslung. Bei drei Liedern machte Matze die Musik, und „Neue Götzen…“ war z.B. eins, das den Lyrics-Sound schön bereicherte. Natürlich waren auch wieder einige „typische“ Lyrics-Songs dabei – wozu hat man schließlich einen Stil? Mit „Glatteis“ entdeckten wir ein Lied wieder, das schon auf der Gang Bang EP drauf war, aber eben deshalb wohl kaum mehr einer kannte. Zum ersten Mal war auf dieser Veröffentlichung keine einzige Coverversion, sondern nur Ideen von uns. Das Ganze fand nicht in einem herkömmlichen Studio statt, und auch die Aufnahme mit Freund Computer war eine andere Art des Arbeitens, so dass es echt „andere“ Aufnahmen waren. Der Sound ist leider nicht so gut wie auf den anderen CD`s und hätte druckvoller sein müssen – aus heutiger Sicht ist das für ein paar gute Songs sehr schade. Es ist kein Wunder, dass „Nils ist tot“ oder „Euch zu sehen“ nochmal auf spätere Platten kamen. Das Cover hätte eigentlich genau umgekehrt kommen sollen, nämlich schwarz-weiß und eher düster. Am Ende ergab es sich, aus einem „Mal gucken, wie das hier aussieht“-Versuch heraus, dass es poppig und farbenfroh wurde, dazu mit einem gelben Tray.

„19 Songs machen eine Stunde lang super Melodien und schnelle Gitarren zu klasse Texten. Lost Lyrics liefern auch weiterhin reihenweise klasse Songs (…). Die ganze Band strahlt dabei auch immer so eine unaufdringliche und bescheidene Sympathie und Ehrlichkeit aus, die ich mir bei sehr vielen Bands wünschen würde. Gute Band, gute Mucke, gutes Album!“ (PLASTIC BOMB)


CD „Ansage“ (2005)

Aufgenommen im Sommer 2005 im „well.com“-Studio, Kassel

Gemischt und gemastert von Thorsten Haag

Titel: Intro / Herzlich Willkommen / Ansage / Eure Helden / Keine Zeit / Kaiser für einen Tag / Alte Freunde / Alles wird gut / Punkrock Utopia / Marliese / Eins zu Eins / Blühende Landschaften / Wenn und Aber / Mach die Augen auf / Susie (hat gewonnen) / Du magst meine Freunde nicht. 

Label: Hulk (Hulk 362)

“Totgegaubte leben länger“ titelte das OX – Mit neuem Team und frischer Energie gingen wir an diese Aufnahmen, und beides sollte man auch hören. Das Ganze gewann wieder an Druck, Tempo und Energie, und Kati und Steffen hatten sich beide gut in die Songarbeit eingebracht. Nachdem die Band wieder ein festes Gesicht hatte und die Songs soweit standen, war das erste Problem, ein geeignetes Studio zu finden, das erstens bezahlbar und zweitens trotzdem professionell war. Denn der Sound von „Vor allem“ war einfach zu dünn gewesen. Das Basement-Studio von Martin gab es aber nicht mehr. Es blieb eigentlich nur das (ehemals Beton-Studio)“ well.com-Studio“. Der Mischer Thorsten war zwar „punk-fremd“, um es gelinde auszudrücken, aber er ging halt ganz unvoreingenommen da ran und hatte auch ein paar ganz gute Ideen. Wir nahmen uns Zeit, verbesserten den Mix immer schrittweise, und dann trat die Scheibe gut die Speaker aus den Boxen. Zum ersten Mal nahmen wir ein selbstgespieltes Intro auf, das darüber hinaus zusammen im Proberaum entstand. „Blühende Landschaften“ war auch zum großen Teil eine musikalische Gemeinschaftsarbeit. Die Tradition der Gastsänger lebte wieder auf: Butz von den Fucking Faces kam vorbei, und „Alte Freunde“ war mit Sicherheit einer der Hits der Platte. Über die positiven Reviews der „runderneuerten“ LoLys freuten wir uns sehr, wie z.B.:

„Ein wahrlich frisches und sehr großartiges Punkrockalbum (…). Es gibt gute, durchdachte, persönliche und sogar politische Songs, untermalt mit geilsten Punkrock Melodien, die einen nicht loslassen. Besonders „Alte Freunde“, Du magst meine Freunde nicht“, Eure Helden“ und „Keine Zeit“ können mich mehr als begeistern“ (CRAZY UNITED)

„Wer so viel Leben und Lust in die wenigen Akkorde packt, wer Texte so charmant präzise oder süffisant lakonisch auf die Reihe bekommt, dem gehört alle Sympathie dieser Weihnachtswelt“ (MUSIC OUTLOOK)

„Ganz wie damals das unglaubliche Hitalbum `Seniorenresidenz` (…). Muss unterm Weihnachtsbaum liegen“ (VOICE OF CULTURE)

„100% Lost Lyrics, viel Humor, Ernst, Nachdenklichkeit, Mut und Spaß (…). Die Lost Lyrics haben in 15 Jahren nichts an Glanz verloren“ (TRUESIDEMUSIC)

„Nach 15 Jahren immer noch ein Fels in der deutschen Punkrocklandschaft“ (SHITLETTER)


CD „Punchline Party“ (2009)

Aufgenommen Februar bis April 2009 im Klangwerk, Kassel

Gemischt und gemastert von Harald Bernstein

Titel: Nein heißt Nein / Frau Brandes / Weil ich nichts verpassen will / Steh jetzt auf / Einer in einer Million / Aus und vorbei / Codein / Färb mein Leben / Nils ist tot / Danke / Hessen Nord / New England / Tag danach / Vergeude deine Jahre / Rappelkiste / Nur für dich / Zwischenzeit. 

Label: Hulk (Hulk 392)

Mittlerweile hatte sich die Band in der Besetzung konsolidiert, und wir wollten ein musikalisch besseres Album als „Ansage“ machen, mit dem wir in der Rückschau nicht mehr so ganz zufrieden waren und dass nicht zuletzt für die Band selbst wichtig gewesen war. Nun wurde das Songwriting ausgefeilter und die Arrangements besser, weil sich auch Kati und Steffen zunehmend mehr dabei einbrachten. Unsere Freundin und Fotografin Michy Winter gestaltete zusammen mit Steffen das Cover-Artwork, was auch einen Schritt nach vorne bedeutete. Vor allem war aber wichtig, dass wir nun endlich das richtige Studio gefunden hatten, mit dem wir seitdem immer zusammengearbeitet haben. Der Mischer Harald ist selbst Bassist und hatte mit der Kasseler Mittelalter-Punkband (sowas gibt`s, ja…) „Die Schnitter“ einschlägige Erfahrungen mit der Materie – und somit den richtigen Bezug zur Mucke, und das merkte man auch schnell. Eine Freundschaft, die bis heute hält und die wir nicht mehr missen möchten. Bis heute ist das unser amtlicher Sound. Musikalisch kamen nun auch mal eine Tuba oder eine Mundharmonika zum Einsatz. Mit „Frau Brandes“ war textlich eine kleine Sozialstudie dabei, aber das Spektrum reichte vom kämpferischen „Nein heißt Nein“ bis zum fun-mäßigen „Aus und vorbei“. „Hessen Nord“ war eine Art Heimatlied mit Augenzwinkern. Die spaßfreie Punkerpolizei hatte natürlich Probleme damit, aber das war klar und einkalkuliert. Es lief tatsächlich lange Zeit kurz vor dem Anstoß im Kasseler Auestadion. Alex von Pascow unterstützte uns in einem Duett. Die Reviews waren diesmal gemischter als die für die vorige CD, was der Punchline Party durchaus entsprach:

„Ich kannte die Lost Lyrics bisher nicht und bin positiv überrascht. (…) Fazit: Insgesamt spannend, sehr hörenswert!“ (SLAM)

„Ansage wird zwar nicht direkt getoppt, aber das Niveau kann gehalten werden!“ (TAUGENIX)

„Mit viel Krach und Boom schlägt Punchline Party ein. Die drei Nordhessen bringen 17 neue und frische Punkrocksongs mit, die auch nach mehrmaligem Hören nicht ihren Knalleffekt verlieren.“ (WILDWECHSEL)


4-Song-Mini-CD „The Roaring Twenties“ (2011)

Aufgenommen im März/April 2011 in der Medienschmiede, Kassel

Gemischt und gemastert von Harald Bernstein

Titel: Aufrecht gehen / Einsatz verpasst / (Immer schön) Authentisch bleiben / Papier in Feuer.

Label: Hulk (Do-001)

Zum 20jährigen (eigentlich schon 21) Bandbestehen machten wir im K19 in Kassel ein kleines Festival mit 5 Bands. Ein Abend, den wir mit vielen Freunden und Bekannten (und ehemaligen Mitgliedern) zelebrierten, bei dem Alarmsignal kamen und Pascow die letzte Band des Abends waren. Zu diesem Anlass entstand diese Mini-CD mit 4 neuen Liedern, in kleiner Auflage und fast nur an diesem Abend verkauft und verteilt. Obwohl Harald mit seinem Studio in die Nähe des Hauptbahnhofs umziehen musste, blieb es dennoch dasselbe, auch ohne den Namen „Klangwerk“. Danach wurden die Songs als Download-Mini-CD verkauft, das gefiel zwar manchen Tonträgersammlern nicht, war jedoch eine simple Möglichkeit, die Lieder allen zugänglich zu machen. Denn eigentlich war es nur als nettes Souvenir für den Jubiläumsabend gedacht. Und dass die Lieder nochmal auf einer richtigen Scheibe rauskommen würden, war eigentlich da schon klar.

„Man bekommt das geboten, was man von den LOST LYRICS erwartet. Drive, Energie und Melodie. „Immer schön authentisch bleiben“, ist das Motto. Das passt. Also auf die nächsten zwanzig Jahre, Ihr Lieben.“ (OX)

„4 deutschsprachige Punkrockknaller gibt es auf die Ohren, die eigentlich viel zu schnell vorbei sind. Keine platten Texte – wie immer, ordentlicher Punkrock und sogar einige seltene Chöre höre ich raus. Einfach toll. (…) Ich warte auf eine neue ganze Platte!“ (VOICE OF CULTURE)


LP „Digiphobie“ (2014, mit Beilage-CD)

Aufgenommen Herbst 2013 in der Medienschmiede, Kassel Gemischt und gemastert von Harald Bernstein

Titel: Gegen die Wand / Aufrecht gehen / Wenn der Fluss voll Whiskey wär / Pay to Play / Papier in Feuer / Stromgitarrenwelt / Farben / (Immer schön) Authentisch bleiben / Einsatz verpasst / Wohin es geht. 

Label: Hulk (Hulk 270)

Die neue Platte, auf die der Rezensent gewartet hatte, wurde tatsächlich eine Platte: Die CD hatte mittlerweile als Medium ausgedient (digital gab es bessere Sachen), und das gute alte Vinyl feierte sein (wenn auch im Vergleich zu früheren Dekaden ein sehr bescheidenes) Comeback. Die CD gab es als Beilage. Wieder in der Medienschmiede bei Harald, die nun endgültig unser Wohnzimmer wurde. Die 4 Lieder der Mini-CD wurden um 6 weitere ergänzt, und fertig war eine auf 45rpm laufende 12 Inch. Ziemlich dynamisch, und so sollten die Lieder auch werden. So viel Gemeinschaftsarbeit war noch nie bei LoLy, das tat der Sache wirklich gut, und die Platte kann sich bis heute hören lassen. „Wenn der Fluss voll Whiskey wär“ oder „Gegen die Wand“ sind live immer gesetzt, und auch 2-3 andere haben es in den Dauergaststatus des Programms geschafft, z.B. „Papier in Feuer“ oder „Pay to Play“. Für das Cover musste ich die ganzen alten Kassetten aus den 80ern rauskramen – das ist nicht mit Fotoshop gemacht, sondern der Boden von Michys Fotomania-Studio war übersäht mit Tapes; wir versuchten dann, ein möglichst rundes @ zu legen, und Michy stand für die Vogelperspektive auf einer Leiter. Das ist irgendwie sinnbildlich für unsere Gruppe: Klar geht es perfekter – aber wir wurschteln uns lieber durch und machen es selber. Alles andere wären irgendwie nicht wir.

„Ja, die LOST LYRICS sind wieder da. (…) Herrlich, und die zehn Songs der Platte kommen dann auch so was von schwungvoll und frisch daher, dass man nicht glauben mag, die LOST LYRICS in ihrem bereits 24. Lebensjahr zu hören. Melodien und Tempo, Gefühl und Härte halten sich stets die Waage und sorgen für ein Punkrock-Erlebnis fernab gängiger Klischees und Stereotypen. Außerdem wird variantenreich zu Werke gegangen. (…) So muss deutscher Punkrock 2014 klingen.“ (OX)

„Das Stimmungsbild ist zwischen Lässigkeit und Vollgas zeitlos und angenehm losgelöst von neumodischem Zierrat. Ohne Schnörkel, dafür mit Herzblut und manch zur gesanglichen Unterstützung einladendem Refrain macht die Scheibe Laune und Tracks wie „Gegen die Wand“, „Wenn der Fluss voll Whiskey wär“ oder das finale Zuprosten „Wohin es geht“ entfalten souveräne Ohrwurmtauglichkeit.“ (HANDLE ME DOWN)

7″EP Split EP mit Sperm8 (2015)

Aufgenommen September 2015 in der Medienschmiede, Kassel

Gemischt und gemastert von Harald Bernstein

Titel: Gegen die Wand / Aufrecht gehen / Wenn der Fluss voll Whiskey wär / Pay to Play / Papier in Feuer / Stromgitarrenwelt / Farben / (Immer schön) Authentisch bleiben / Einsatz verpasst / Wohin es geht. 

Label: Hulk (Hulk 270)

Titel: Ich bleib dabei / Nie weg – Nie mehr.

Label: Hulk Räckorz (Hulk 111)

2015 gab es uns 25 Jahre. Zeit, mal wieder zu feiern und etwas Besonderes zu machen. Das Feiern taten wir in Kassel in der Goldgrube. Diesmal kleiner als 2011, aber nicht weniger schön. Dabei waren außer Outsiders Joy auch Sperm8, die Band, wo mit Dully Bastis Bruder mitspielt, und mit denen wir mittlerweile gut bekannt waren. Das Besondere war, dass wir zum ersten Mal eine Split-Veröffentlichung machten. Die Wahl fiel uns leicht, und wir nahmen mit Sperm8 zusammen im Studio die 4 Lieder auf, was wiederum auch wieder eine nette Feier war. Gesanglich mischten wir das Ganze ebenfalls (also Sascha sang bei einem Lied von uns mit und umgekehrt), das rundete die Sache ab. Seit 1994 hatten wir keine 7“ mehr im Angebot, das änderte sich nun. Auf dem Backcover stehen beide Bands gemeinsam zum Posieren, was den Geist der Platte gut zum Ausdruck bringt. Hat Spaß gemacht!

„Ein waschechtes nordhessisches Doppelpack. (…) Auf der einen Seite zeigen die LOST LYRICS einmal mehr, dass sie zur Speerspitze des deutschsprachigen Punkrock gehören. Musikalisch melodiös und druckvoll, textlich nachdenklich und durchaus kritisch. (…) Eine feine Platte von sympathischen Bands, die sich gut ergänzen und gesanglich gegenseitig unterstützen.“ (OX)


LP „Freak Preview“ (2020)

Aufgenommen Sommer-Herbst 2019 in der Medienschmiede, Kassel

Titel: Einmal um die Erde / Euch zu sehen / Zweierminderheit / Linoleum / Tausend Fäuste / Ich bleib dabei / Nach dem großen Wurf / Amadou / 43215 / Punkrock Generation Gap / Trashmob / Rest von deiner Wut / Nie weg – Nie mehr / Solang der Wind.

Label: Hulk (Hulk 340)

Und nun ist sie da: Unsere aktuelle LP – diesmal mit einem Downloadcode. Die Geschichte zu dieser Platte ist mit mehr Pleiten, Pech und Pannen gepflastert als jede vorige Veröffentlichung – ein Grund, weshalb wir umso froher sind, dass sie nun endlich draußen ist.

Wir wollten mit einer neuen Veröffentlichung wieder etwas mehr Livekonzerte spielen können; das war der grundsätzliche Gedanke. Unsere ursprüngliche Idee war dann, aus Kostengründen die Aufnahmen im Proberaum zu machen, in aller Ruhe und Zeit, und es nur im Studio mastern zu lassen. Es war schon alles organisiert. Kurz bevor wir beginnen wollten, teilte uns der Vermieter mit, dass wir jederzeit damit rechnen müssten, spontan den Raum zu räumen… Also ging es doch ins Studio. Dort zogen sich die Aufnahmen zwar etwas hin, aber Ziel war, die Platte im Dezember, spätestens Weihnachten 2019, draußen zu haben.

Kurz vor dem Endmix musste der Tontechniker jedoch aus gesundheitlichen Gründen gut zwei Monate lang passen… So dass nun im Februar der Mix fertig gestellt wurde. Von den Unwegbarkeiten eines Plattenartworks konnte danach Kati ein längeres Lied singen. Kaum war die Platte im Presswerk, trat der Corona-Virus seinen Siegeszug um die Welt an und grätschte nicht nur uns dazwischen: Das Presswerk hatte Lieferschwierigkeiten beim Material und setzte den Preis hoch, wenn man zumindest eine Chance auf den Veröffentlichungstermin Anfang Juni 2020 haben wollte. Das wollten wir, denn wir hatten für den Tag ja eine Releaseparty mit Livekonzert in Kassel geplant. Die musste dann jedoch durch die Corona-Beschränkungen wiederum ohnehin ausfallen, so dass es auch nichts mehr machte, dass die Platte verspätet in die Vertriebe kam (trotz Preisanstiegs…). Statt ins Weihnachtsgeschäft fiel sie also genau in die bleierne Zeit der Corona-Ereignislosigkeit – und ins Sommerloch. In dem Proberaum sind wir übrigens immer noch drin… Und unsere Grundidee, mit einer neuen Platte auch wieder mehr live spielen zu können, scheiterte ebenso wie manche andere brilliante Idee; wahrscheinlich wird es mit oder ohne Platte in Zukunft ungleich schwieriger als vorher, ganz zu Schweigen von der Frage, wann so Veranstaltungen überhaupt wieder wie gewohnt möglich sein werden.

Aber abgesehen von der Pannenserie: Wir sind froh, dass wir sie gemacht haben! Die besten Ideen stecken nämlich in den Liedern selber. 11 neue und drei ältere Songs (die beiden der Split-EP sowie „Euch zu sehen“ von 2002) sind dabei rausgekommen. Und ein paar gute Songs mehr kann die Welt immer gebrauchen. Hört mal rein! Reviews könnt ihr hier in der Extra-Abteilung lesen.

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑